Hybrid-Piano kaufen als Anfänger - Welches?

  • Ersteller des Themas Don_Neuland
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Bei allem Respekt: WENN es noch funzt! Für 15 Jahre alte Elektronik, noch dazu mit mechanisch beanspruchten Bauteilen, würde ICH nicht die Hand ins Feuer legen. Und sollten keine Ersatzteile (mehr) verfügbar sein, so kann der Techniker nicht notfalls was schnitzen, fräsen oder leimen.
Dass die Masse der Käufer darauf abfährt, sagt nichts über die Qualität des Produkts, sondern über den Haben-Wollen-Reflex der Leute aus.
Das Yamaha-System gibt es jetzt seit 35 Jahren und gilt als außerordentlich robust und die komplette Eletronik könnte bei Bedarf upgegraded werden. Eine zusätzliche mechanische Beanspruchung hat es hier noch nie gegeben.
 
Das Yamaha-System gibt es jetzt seit 35 Jahren und gilt als außerordentlich robust und die komplette Eletronik könnte bei Bedarf upgegraded werden. Eine zusätzliche mechanische Beanspruchung hat es hier noch nie gegeben.
Ich habe vor einigen Wochen ein System mit U1 Silent aus 1996 gespielt.
Ja es klang deutlich schlechter als ein aktuelles Digitalpiano. Aber es war doch absolut in Ordnung und hat gut funktioniert.
War nur ein Klang, nur Kopfhörer, nicht so ausgefeilte Qualität, aber für fast 30 Jahre doch irgendwie faszinierend.
Würde ich trotzdem nicht kaufen, außer es ist ein absolutes Schnäppchen.

PS: habe mich nur auf Silent-Klang bezogen. Das U1 selbst klang natürlich wie ein U1 klingt. Dem machen 30 Jahre natürlich gar nichts.
 
Hallo zusammen,

nochmal vielen Dank für eure Beiträge. Kurzes Update: wir sind eurem tollen Rat gefolgt und werden jetzt in Qualität investieren, d.h. ein rein akustisches Klavier ohne digitales Klimmbimm & ohne Silent-Funktion wird's werden, den Nachbarn zur Freud'.

Die Familie wird dann mit lautem Übe-Spiel am Abend leben - die Vorteile habt ihr ja deutlich gemacht.

Hatten nun eine sehr gute Beratung in einem Klavierhaus, und werden dort in den kommenden Tagen den Kauf abschließen (wenn der Preis am Ende stimmt).

Doch eine Frage bleibt: wir stehen vor der Wahl eines neuen Klaviers, oder eines gebrauchten Modells.

1. Nach verschiedenen Gesprächen hab ich verstanden, dass ein gut überholtes, gebrauchtes Klavier auch nach 20 Jahren noch top in Schuss ist und seine 30-40 Jahre durchhält. Könnt ihr das bestätigen?

2. Bzw. warum sollte man überhaupt ein neues Klavier kaufen, wenn dem so ist (hab das Auto-Beispiel im Kopf, wo ein Neuwagen ja eig. wenig Sinn macht)?

Zu Marke: wir liebäugeln mit einem neuen W. Hoffmann T.122 vs. einem generalüberholten Sauter 122 Meisterklasse (ca. 22 Jahre alt).

Schönen Abend & (noch) unmusikalische Grüße
 
1. Nach verschiedenen Gesprächen hab ich verstanden, dass ein gut überholtes, gebrauchtes Klavier auch nach 20 Jahren noch top in Schuss ist und seine 30-40 Jahre durchhält. Könnt ihr das bestätigen?
Ja, oder auch 100. Aber nur mit Wartung (die aber ein neues Instrument ebenfalls braucht).

2. Bzw. warum sollte man überhaupt ein neues Klavier kaufen, wenn dem so ist (hab das Auto-Beispiel im Kopf, wo ein Neuwagen ja eig. wenig Sinn macht)?
Da gehen die Meinungen auseinander. Manche sagen, das Instrument hat nach ein paar Jahren seinen absoluten Höhepunkt erreicht und sinkt dann (langsam!) ab. Andere sagen, dass die vor 100 Jahren gebauten Instrumente die besten überhaupt sind.

Für manche Teile sind die Fertigungsprozesse verlässlicher und präziser geworden. Anderes ist nach wie vor Handarbeit.

Was gescheiter ist, hängt von deiner konkreten Situation ab. Ganz langfristig gedacht hält das Neue wohl länger - aber da geht es um mehrere Jahrzehnte. Und nein, der Wertverlust ist nicht so groß wie bei einem Neuwagen.

Zu Marke: wir liebäugeln mit einem neuen W. Hoffmann T.122 vs. einem generalüberholten Sauter 122 Meisterklasse (ca. 22 Jahre alt).
Ich persönlich bin kein großer Freund der Bechstein-Gruppe. Aber ich muss ja nicht darauf spielen. Ihr solltet das Instrument nehmen, das euch mehr zusagt. Das ist eine individuelle Entscheidung (Person UND Instrument).
Sind die in etwa gleich teuer?
 
Hallo Flieger,

danke Dir, warum kein Freund von Bechstein?

Ja, ca. 3k Unterschied (Sauter ist etwas teurer)
 
"Neu" heißt "neu mit Vollgarantie", oft auch mit recht vielen Jahren: Yamaha bietet 10 Jahre Sorglosigkeit. Hier im Forum gab es schon einige Beiträge, wo sich der gute Kauf als Pferdehandel entpuppte — davor ist man damit gefeit.

Wenn du auf den elektronischen "Firlefanz" verzichten willst, dann ist das nicht so kritisch, solange das Klavier in einem wenig verschlissenen Zustand ist und nicht "runtergespielt" wurde und der Stimmstock hält. Ein Fachmann wird das einem Instrument einigermaßen ablesen können, wenn der Fachmann der Verkäufer ist kann man das glauben, muss man aber nicht.

Und klar ist der Wertverlust am Anfang am höchsten. Aber auch die Freude! "Neu" glänzt einfach ganz anders.

"Günstig" gekauft ist ein Instrument nur dann, wenn man es auch gut wieder verkaufen kann. Der Gewinn liegt im Einkauf! Instrumente ohne Silent-System sind am Markt stark unter Druck, modische Designs verkleinern die Zielgruppe zusätzlich.

Die teureren C. Bechstein und W. Hoffmann Klaviere fand ich klanglich recht gut (eben nicht alle!), meine Frau mochte auch die Spielweise, aber der Preis war das K.O. Man zahlt bei Neuinstrumenten dieser Marke den aufwändigen Vertrieb mit. Ein hochwertiges asiatisches Modell kann m. E. (ja, Frevel!) qualitativ mithalten (etwas anders: ja — besser oder schlechter: nein) und kostet fast die Hälfte. Wir haben uns daher für den neuen Japaner entschieden — mit elektronischem Schnickschnack.

Die von dir genannten Klaviere sind sicherlich gute Produkte. Wenn dir Klang und Spielweise zusagen und der Händler seriös ist, dann bleibt es eigentlich Geschmackssache.
 
wir liebäugeln mit einem neuen W. Hoffmann T.122 vs. einem generalüberholten Sauter 122 Meisterklasse
Habt Ihr das nach reiflichen Tests so entschieden oder hat der Händler eben nix anderes zur Auswahl? Wenn man nicht auf „neu“ fixiert ist, gibt es doch eine Riesenauswahl...

PS. Ich tendiere generell zu höherwertig und gebraucht (und bin damit mehrfach bestens gefahren) . Aber ob das Sauter schon Ende der Fahnenstange ist? Das ist hier im Forum wohl eine eher seltene Marke - aber gewiss nicht negativ besetzt.
 
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Danke euch!

@Fliger: der Flügel passt bei uns leider nicht rein :016: .

@fisherman: haben uns schon ein paar Modelle angehört. Wir wollen uns bloß irgendwann auch mal entscheiden, je nach Perspektive gibt es die "falsche" oder "beste" Entscheidung ja nicht. Bereuen also hoff. nichts...

@Austro: danke Dir - Klang und Spiel können wir ja als blutige Anfänger nur leider nicht so gut beurteilen. Klang alles toll. Wir haben uns dasselbe Stück dann an 4 Geräten vorspielen lassen. Das Sauter klang da schon gefühlsmäßig ein Quentchen toller (ob der Verkäufer da besonders gefühlvoll in die Tasten gehauen hat, kann ich nicht beurteilen). Von den Japanern sind wir jetzt weg, nicht aus Phobie vor Asien, sondern weil es uns die Kaufentscheidung leichter macht (europäische Herstellung ;-))

Wir lassen es nochmal ein 1-XX Stunden sacken - wollen dann aber auch zuschlagen
 

@fisherman: haben uns schon ein paar Modelle angehört. Wir wollen uns bloß irgendwann auch mal entscheiden, je nach Perspektive gibt es die "falsche" oder "beste" Entscheidung ja nicht. Bereuen also hoff. nichts...
Das wirst Du hier sicher schon öfter gelesen haben: Das richtige Instrument kommt zu Dir! Man spürt, wenn es „passt“. Hat bei mir IMMER so funktioniert (und verhindert nicht, dass man nach 3 oder 5 Jahren erkennt, dass andere Mütter noch schönere Töchter haben ;-)). Aber da wirds dann irgendwann zur Budgetfrage ...
 
und verhindert nicht, dass man nach 3 oder 5 Jahren erkennt, dass andere Mütter noch schönere Töchter haben
Damit ist ebenso zu rechnen wie mit einem möglichen Abflauen des Interesses. Daher ist ein Verkauf des "Tonkastens" immer als Exit-Szenario zu bedenken.

Ist der Kaufpreis klein, dann sind es auch die Kosten dieses "musikalischen Abenteuers". — Daher nicht zu teuer kaufen!
 
st der Kaufpreis klein, dann sind es auch die Kosten dieses "musikalischen Abenteuers". — Daher nicht zu teuer kaufen!
Nicht unbedingt. Ein marktgängiges Steinway*** - gebraucht gekauft - kannst Du noch 5-8 Jahren und guter Pflege mit etwas Glück mit Gewinn verkaufen.

*** Nenne ich hier, weil die in der Vergangenheit regelmäßig durch sehr kräftige Preiserhöhungen aufgefallen sind. Gebrauchtinstrumente orientieren sich immer am DERZEITIGEN Neupreis.
 
Die Japaner haben recht stabile Preise. Der Yamaha C7 liegt nach wie vor bei 50.000 Euro, während die europäischen Klavierbauer fast jedes Jahr an der Preisschraube drehen. Ich würde auch nach gebrauchten Klavieren Ausschau halten. Neuware ist sehr teuer, und der Wertverlust nach Kauf recht groß. Keines meiner Instrumente habe ich neu gekauft, also Tastenkasten meine ich. Meine Eltern kauften mir eine neue Konzertoboe, und eine neue Oboe d´amore, das ist aber Lichtjahre her.
 
danke Dir - Klang und Spiel können wir ja als blutige Anfänger nur leider nicht so gut beurteilen.

Darf ich mal fragen, ob "blutige Anfänger" bei euch heißt, dass ihr noch nicht mit dem Unterricht begonnen habt?

Nur mal als kleine Anregung von mir: Muss es unbedingt zum jetzigen Zeitpunkt schon das "Instrument fürs Leben" sein? Wäre es vielleicht auch eine Option, erstmal ein preiswertes "Übergangs-Instrument" zu kaufen, auf dem ihr sinnvoll die Grundlagen des Klavierspiels lernen könntet?

Und dann so in 2-3 Jahren noch mal richtig auf die Suche zu gehen?

Für mich fühlt es sich grad so an, als ob ihr grad den schnellen Weg geht und die ganze Freude verpasst, die der Instrumentenkauf so mit sich bringt. Ich meine, beim Instrumentenkauf ist es ja auch ein bisschen wie bei der Suche nach dem Partner fürs Leben: Man darf sich etwas Zeit lassen, verschiedene Menschen (unverbindlich) kennen lernen... und irgendwann funkt es dann :-D
Aber zum jetzigen Zeitpunkt kennt ihr eure eigene musikalische Entwicklung doch noch gar nicht und so kann es (so vermute ich jedenfalls) noch gar nicht so richtig funken? Ihr verpasst also die ganze schöne Suche und das Verlieben :-D

Außer natürlich, Geld spielt für euch keine Rolle und ihr könntet auch in ein paar Jahren einfach noch mal neu verliebt ein anderes Instrument kaufen und das jetzt gekaufte verkaufen.

P.S.: Und ein preiswertes "Übergangs-Instrument" könnte auch einfach ein Stage-Piano o.ä. sein. Dann ist es finanziell erstmal eine verkraftbare Anfangs-Investition.
 
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