Liebe Klavierfreunde :)
wenn ich mir z.B. diesen Thread hier anschaue, dann muss ich doch sagen, dass die anfangs sehr sympathische Community hier mittlerweile z.T. durch ziemlich unqualifizierte und unsachliche Benutzer und Beiträge erweitert (nicht gerade bereichert) wurde.
Das finde ich schade.
Die anfangs gestellte Frage von Hammerklavier finde ich total legitim, Antworten wie "Wenn du sowas fragst, kannst du sie erst recht nicht spielen" o.ä. aber eher abschreckend.
Die h-moll- Sonate ist sicher schwer und v.a. musikalisch ein total durchgereiftes Stück.
Aber sie ist überhaupt nicht unmöglich, auch für Klavierspiele, die noch jünger als 50, 20 sind (Busoni selbst sagte, spätestens mit 18 Jahren solle jeder Klavierschüler die Liszt-Sonate gespielt haben). Aussagen wie: "Du bist noch überhaupt nicht reif dazu" sind totaler Unsinn. Denn: Wann ist man denn wirklich mal reif genug für ein Stück? Offensichtlich wohl nie, denn sonst würden doch selbst die großen Pianisten viele Stücke während ihres Lebens nicht öfters aufnehmen. Dass das aber der Fall ist, kann man gerne bei Arrau, Richter, Backhaus & Co nachlesen & hören. Und das ist doch aber auch gerade das tolle, dass man Stücke immer wieder anders interpretiert und vlt. irgendwann sagt: "hm, wie ich sie damals gespielt habe, war wohl etwas zu virtuos (langsam, irgendwas, x)", aber darauf kommt man halt erst, wenn man sie "damals" gespielt hat.
Weiterhin unmöglich finde ich diese unnötigen Klavier-Superlativen. Die sind offensichtlich total in Mode, aber es ist doch total schwachsinnig, immer behaupten zu wollen, was denn nun das allerschwerste Stück sei. Mann,Mann...
Soviel zu meinem Frust ob dieser Community.
Nun noch ein bisschen zu Liszt und user Hammerklavier:
Gute Idee, anzufangen!
Viele Stellen sind zwar echt tricky, aber der Vorteil bei Liszt: superpianistisch geschrieben, d.h. wenn du sie mal kannst, liegen sie gut in der Hand. Ich habe die Sonate vor etwas über einem Jahr selbst gespielt, deswg. darf ich das glaube ich sagen :) Setz dich ran und fang die Läufe langsam an zu üben, selbst wenn du noch nicht ernst an der Sonate arbeitest, hat das doch einen riesen Trainingseffekt. Für die Oktav-Stellen: Locker bleiben! Vielleicht mal als Training einfach ein bisschen Liszt-Rhapsodie spielen, z.B. ausgewählte Takte von #4 oder #6. Da hast du die perfekte Vorbereitung auf die schnellen Oktav-Läufe und -Sprünge. Die vorgeschlagenen Chopin-Etüden op 10, 1&2 sind zwar tolle Stücke, ich sehe aber nicht die direkte technische Verwandtheit zur h-Moll-Sonate. 10,2 lohnt sich sicher zu üben, um die rechte Hand zu stärken. Ich verstehe auch nicht, warum du erst 10 Beethoven & Mozart-Sonaten gespielt haben solltest. Die sind nicht unbedingt leichter.
Lass dir mal hier nicht die Stimmung verderben und schau einfach mal, wie weit du kommst. Lohnen tut sich das auf jeden Fall, auch wenn du die Sonate dann erst ein paar Jahre später noch mal richtig aufarbeitest.
Grüße
k