Hybrid-Piano kaufen als Anfänger - Welches?

  • Ersteller des Themas Don_Neuland
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Vielleicht würde der TE ja nach 2-3Jahren Unterricht auch gern doppelt so viel Geld ausgeben. Nur Pech, dann sitzt er schon mit dem Hoffmann-Klavier da.
Die meisten Händler bieten eine Upgrade-Option an. Oder nehmen das alte Instrument in Zahlung, wobei das Upgrade üblicherweise die besseren Konditionen beinhaltet.

Es gibt auch die Option eines Mietkaufes: Einfach mal ein Jahr lang mieten und bei Kauf wird die bisherige Miete in den Kaufpreis eingerechnet.

Beides ist um Welten besser als sich selbst das Spielen auf einem minderwertigen Ding zu vermiesen und/oder falsche Technik anzueignen.
 
Mich wundert es, wenn jemand, der (so scheint es) gar nicht Klavierspielen kann, über eine Investition im niedrigen fünfstelligen Bereich nachdenkt.
Ohne das Instrument selbst Probe spielen zu können.
Ohne den Klang selbst beurteilen zu können. ("Klang und Spiel können wir ja als blutige Anfänger nur leider nicht so gut beurteilen")

Es kann natürlich jeder sein Geld ausgeben, wie er mag. Aber dann wird das Klavier halt auch ein Stück weit zum prestige-trächtigen Möbelstück.

Ist doch besser und umweltfreundlicher angelegt als ein Auto ! Ich kenne einen Millionär, der sich einen Bösendorfer 225 Flügel in die Eingangshalle gestellt hat, und das als Investment verbucht, da dieser bei Gebrauchtkauf "nur" 60.000 statt neu ca.130.000 gekostet hat . Er selbst kann gar nicht spielen. Bechstein liebe ich auch, aber ausschließlich die alten Serien bis 1980.

Aber es stimmt schon, ein gebrauchtes B1 oder B2 von Yamaha tuts für den Anfänger auf jeden Fall. Und ein Upgrade kann man auch nach ein paar Jahren noch machen. So machten das meine Eltern damals Mitte der 80ger mit meiner Oboe. Eine gebrauchte Püchner wurde angeschafft, etwas überholt, und 4 Jahre später gabs dann ne schicke, nagelneue Marigaux-Oboe aus Paris, von meinem Oboenlehrer persönlich ausgesucht.
 
In gewisser Hinsicht können auch Nicht-Klavierspieler Instrumente beurteilen, nämlich ihren Klang. Das geht rein intuitiv, bei dem einen Instrument fühlt man sich "nicht angesprochen", "och ja" oder genervt, bei einem anderen plötzlich wohl. Dieses würde ich suchen.
 
Ich würde eher @rachmaninova zustimmen. Als ich damals mit 9 Jahren angefangen habe Klavier zu spielen, hat sich für mich die Frage natürlich gar nicht gestellt. Gut - meine Eltern hätten in der Theorie natürlich trotzdem ein teures Klavier für mich aussuchen können - in der Praxis nicht, weil das finanziell gar nicht drin gewesen wäre. Da ich lieber Keyboard spielen wollte, meine Mutter mich aber in Richtung Klavier geschupst hat, wurde es dann ein ganz ordentliches aber eher unten angesiedeltes Clavinova von Yamaha.

Auch sicherlich nicht das beste Instrument um Technik zu üben, aber für mich absolut perfekt. Ich habe mir spielerisch durch die Funktionen spielen nach Akkorden beigebracht und die grundsätzliche Technik im Klavierunterricht auf einem echten Klavier erlernt. Ich bin meiner Mutter sehr dankbar, dass es Klavier und nicht Keyboard geworden ist. (im Grunde ist es ja dasselbe - ich kann ja jetzt auf jedem Keyboard irgendwas klimpern wenn ich wollte; anders rum würde das nicht so gut gehen).

Jetzt werde ich dieses Jahr 30 und habe das Clavinova immer noch - mittlerweile 500km von meiner Heimat entfernt - aber es ist gerade im anderen Raum neben mir während ich das hier tippe. Das muss jetzt nun auch nicht sein - es hätte natürlich vor 10 Jahren auch ein anderes schon werden können - aber damals habe ich das gar nicht vermisst und war bis jetzt sehr zufrieden. Und ich kann jetzt ebenfalls ziemlich gut spielen - vielleicht nicht technisch perfekt, aber das was mir Spaß macht, Klassik wie Modernes.

Und das wichtige vorauf ich hinaus will: Auch wenn ich auf einem digitalen Klavier gelernt habe, was ordentlich war, aber keine echte Hammermechanik hatte, keine nachempfundenen Obertöne beim Halten von Tasten wenn man andere anschlägt, deren Schwingungen die anderen Saiten auch zum Schwingen bringen, wie es moderne hochwertige Digitalpianos machen, habe ich trotzdem genug Feingefühl, jetzt an akustischen Klavieren die Intonation beurteilen zu können und vergleichen zu können. Vielleicht gehört auch etwas Talent dazu.

Aber mir macht es jetzt Spaß nach einem Nachfolger für mein Klavier zu suchen, vor allem weil ich beurteilen und vergleichen kann. Und das ganz sehr auch nach Gefühl - auch wenn Klang selbstverständlich auch sehr wichtig ist. Aber ich gehe eine Verbindung mit dem Instrument ein und das geschieht nun mal über meine Hände und fühlen und denken und ausprobieren und und und....
Und das alles würde ich - neben dem Klang - nicht missen wollen, wenn ich mir ein hochwertiges Instrument anschaffe.

Aber jeder ist anders, jeder hat andere finanzielle Mittel zur Verfügung, jeder hat andere Ansprüche, alles hat seine Berechtigung. Und wenn es sich für euch so gut anfühlt, dann kann das auch der richtige Schritt sein! Bei mir war es auch ein wenig Risiko, 2.500€ in 2005 für ein E-Piano auszugeben. Das war schon viel Geld für uns. Es hat sich ausgezahlt. Und vielleicht macht es sich das für euch ja auch, nur halt nicht mit 2.500€ sondern 10.000-15.000€. Ich wünsche es euch!
 
In gewisser Hinsicht können auch Nicht-Klavierspieler Instrumente beurteilen, nämlich ihren Klang. Das geht rein intuitiv, bei dem einen Instrument fühlt man sich "nicht angesprochen", "och ja" oder genervt, bei einem anderen plötzlich wohl. Dieses würde ich suchen.
Naja, ein wenig Erfahrung (so vll. 1-2 Jahre Klavierspiel) hebt die Trefferquote von 20% auf 80%. Wenn wir hier also von echten Rookies sprechen, so lautet meine Empfehlung GANZ KLAR:

Kauft etwas Gebrauchtes (weil erster großer Wertverlust passé);
das sich halbwegs gut anhört und spielen lässt (damit ihr nicht den Spaß verliert),
und kauft vor allem etwas marktgängiges (weil ihr nach 1-2 Jahren erkennt, was es alles Geiles gibt)
und dann das Erstinstrument möglichst schnell gut verkauft werden sollte.

Ich persönlich habe hier mit einem gebrauchten U1 sehr gute Erfahrungen gemacht und das dürfte generelle für die Mittelklasse von Yamaha und Kawai gelten. Auf jeden Fall: Schwarz!
 
Für den Fall, dass man mit einem Wiederverkauf rechnen muss, tut man gut daran das zu kaufen, was "alle" kaufen. Der Markt ist dann größer, es sind mehr Interessenten im Einzugsbereich dieser "Halb-Immobilie" vorhanden und man profitiert von der Bekanntheit des Produkts.
 

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