Danke für eure Kommentare. Sie bringen mich weiter im Sinne von "Was du da gebastelt, geändert hast, ist noch nicht genug, es ist noch nicht mal genug um festzustellen, ob es in die richtige Richtung geht". Zunächst bedauerlich, aber im Anfangsstadium der größten Dinge geht es zunächst mühsam und in kleinsten Schritten voran. Ich reibe mir optimistisch und voller Vorfreude die Hände.
In einem muss ich bei all meiner Akzeptanz eurer Kritik allerdings widersprechen. Selbstverständlich gibt es eine Attackphase, dass sie "völlig fehlen" würde, trifft nicht zu. Ohne Attack geht es nicht. Mein Programm habe ich sogar so gestaltet, dass Attacks zwingend definiert werden müssen, sonst gibt es einen Abbruch wegen dieses Fehlers in der Instrumentendefinition. Man würde zum Anfang des Tons ein Klicken hören, das es eigentlich gar nicht gibt, das Klicken oder Knacken entsteht im Gehirn, dass von klein auf gelernt hat und erwartet, dass alle Klänge an- und wieder abschwellen.
Doch die Attackphase hebt sich anscheinend noch zu wenig von der nachfolgenden Decay-/Sustainphase (in meinem Programm wird das nicht getrennt, diese beiden Zustände sind ja ohnehin fließend) ab, als dass sie als das früher im Thread angesprochene "Peng!" empfunden würde. Ich probiere die Verkürzung und andere Strategien.
Wobei es auch beim echten Klavier so ist, ich konnte mich am
flügel meines KL davon überzeugen: Der tiefste Ton, A0, schwillt im Vergleich zu stetig höheren Tönen extrem schwerfällig an. C8 ist dagegen "fast sofort" auf maximaler Höhe. So habe ich das auch grundsätzlich definiert, mit den zeitlichen Verhältnissen muss ich noch etwas rumprobieren, glaube ich.
Erschwerend ist halt, dass es dazu keine Literatur gibt. Zwar hat mir E. D. Blackham, 1965 (orig. in Scientific American) wertvolle Dienste geleistet. Der hatte das wissenschaftlich gemessen – bedenke die damals machbare Genauigkeit – und liefert mir harte Zahlen zu den Teiltonmaximalamplitudenverhältnissen der vier G-Töne linker Hand, sowie zum Schwingverhalten des 1. bis 5.; vom 10., 15., 20. und 25. Teiltons von C1. Das hat mir als Grundlage gedient, es war ganz schön aufwendig die Messpunkte im 0.08s-Abstand mit dem Lineal abzulesen und richtig umgerechnet als Prozent von 100dB in die Instrumentendefinition zu übertragen. Die Herausforderung liegt nun aber im richtigen Erraten der Verhältnisse bei der rechts-äußersten Tasten in der richtigen Interpolation der Definitionslücken.
Rechts-äußerst (C8, 4186Hz) habe ich die Anschwellzeit auf eine bis zwei Hundertstelsekunden festgelegt, vom 1. bis zum 5. Teilton, mehr hört man da nicht mehr. Das war nur geraten, wie gesagt, aber viel kürzer geht halt nicht, da ich ja auch kein Knacken hören will. Bei G4 liegt die Anschwillzeit schon bei ca. 10 und bei G1 sind es schon das doppelte bis dreifache.
Dass ich durchaus auch "Peng!" kann, will ich abschließend zeigen. Ich arbeite ja auch mit anderen Klängen. Zum Beispiel habe ich auch ein perkussives Fantasieinstrument im Programm, ein Zwischending von Marimba, Xylophon und Stimmgabelspiel, das ich "Kliber" getauft habe. Hört mal rein, hört ihr es, das Peng?