Die zugrundeliegende Frage finde ich ja, wozu die GEMA eigentlich da ist.
Soll sie
fördern - also "Nischen"kunst einen Ausgleich bieten dafür, dass sie nicht so populär ist?
Oder soll sie einfach die Einnahmen von Veranstaltern, Funk usw. die die Schöpfer/in
weiterverteilen?
Irgendein Mix daraus wird zwangsläufig irgendeinen "Verteilschlüssel" brauchen, der letztlich willkürlich ist und von den Mitgliedern der jeweiligen Kommission abhängt.
Es ist nicht haltbar, eine komplizierte Wichtigtuer-Partitur mit lauter Septolen und seriellen Tricks für höherwertig zu befinden als einen wirklich guten, hervorragend arrangierten und performten, aber in der kompositorischen Struktur einfachen Popsong.
Ich frage mich da sowieso, welches
belastbare Kriterium es da geben soll. "Höherwertig" bedeutet ja auch, dass manche Musik "minderwertig" ist. Das finde ich schwierig. Ist zB "Let it be" höher- oder geringerwertig als "Dienstag aus Licht"?
Noch zur Ausgangsfrage:
Der Jazzlehrer lernt mir gerade Autumn Leaves. Die Akkorde (Bill Evans Voices) kann ich irgendwie bilden. Aber ich verstehe noch nicht, wie ich darauf improvisieren kann
Wenn Du schon Voicings kannst, dann hast Du eine gute Ausgangslage. Als Anfang könntest Du links Grundton und Terz oder Grundton und Septime spielen und rechts auf die schweren Taktzeiten (1 und 3, bzw. bei langsamen Tempi auf 1,2,3,4) die Töne des Voicings spielen. Erstmal halbe, dann auf die Viertel. Auf die leichten Zählzeiten kannst Du dann auch Durchgangstöne, Anspielen oder Umspielungen einfügen.
Versuche, auch rhythmisch Abwechslung reinzubringen. Ansonsten sollte Dir das Dein Lehrer ja auch zeigen können.
Ich finde es ja auch bedauerlich, dass "Improvisieren" immer mit Jazz gleichgesetzt wird. Warum nicht auch im Klassikunterricht? Bach, Mozart und Co. waren großartige Improvisatoren. Ich hatte das Glück, nebenbei bei einem älteren Herrn Liedspielunterricht zu haben. Nach Generalbass, Chorälen und Volksliedern wurden einfache "Variationen" darüber gespielt. Genauso könnte man mit einem Thema aus einem Klavierstück, was man gerade übt, improvisieren. Oder: Einige Präludien aus dem WK könnten imo durchaus aus Improvisationen entstanden sein, da wird ein Motiv über verschiedene Akkorde durchdekliniert. Kann man doch auch mal selbst versuchen.