Dresden: 17 Jahre und tschüss

  • Ersteller des Themas MartinH
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Ich habe noch nie eine Traueranzeige der Familie gesehen, bei der neben der Familie auch der Arbeitgeber mit aufgeführt ist, das empfände ich als absolut unangebracht. Wenn, dann veröffentlicht der aktuelle und/oder frühere Arbeitgeber eine eigene Anzeige. Und er hat sich ja öffentlich zum leider viel zu frühen Tod von Samuel Kummer geäußert:


Woran ist er eigentlich gestorben?
 
Das ist der Punkt, den ich nicht verstehe. Ich hätte mich als Arbeitnehmer nach einer anderen Stelle umgeschaut. YMMV.
Obiger Beitrag war auch als Reply hierzu gedacht.
Und wieso sollte er? Wenn er schon so lange da ist, ihm die Orgel gefällt und er sie ausnutzen kann, demensprechende Rückmeldungen des Publikums bekommt, in Dresden ein Haus gebaut hat (oder zumindest besitzt)etc.... und Geschäftsführer hat kommen und gehen sehen? Warum gehen nicht die "Neuen" ?
 
Ja, Du kapierst halt auch weder Herrn Kummers Fähigkeiten und Interesse als auch Gegebenheiten/Stellensituation.
Ich finde diesen Vorwurf mehr als merkwürdig.

Ich gebe in jeder Hinsicht @Dorforganistin und @pianochris66 recht: Ich habe tatsächlich noch nie eine Todesanzeige gesehen, in der der Arbeitgeber in der Anzeige der Familie erscheint. Immer ist es fein säuberlich getrennt, wenn auch oft übereinander/nebeneinander im Zeitungslayout gesetzt.

Abgesehen davon - ein paar Gedanken zu der Diskussion:

1. Wenn jemand plötzlich aus dem Leben scheidet und das dann auch noch - relativ - jung, ist es für die Angehörigen einfach nur furchtbar.

2. Niemand von uns kann so richtig beurteilen, was in Dresden (arbeitsrechtlich) gelaufen ist und wie das Verhalten von S. Kummer einzuschätzen ist.

3. Man sollte prinzipiell nicht damit rechnen, dass die Kirche als Arbeitgeberin (immer) christlich handelt.
 
Ich finde diesen Vorwurf mehr als merkwürdig.
Der Beitrag bezog sich auf Häretiker, der meinte, er solle sich einfach nach einer neuen Stelle umsehen. Das ist schon quantitativ nicht einfach, gibt es doch nur sehr wenige Nur-Organsistenstellen an ein paar Domen und eben der Frauenkirche. Und da das meistens "Lebensstellen" sind, ist die Fluktuation dementsprechend gering. Dann muss mir die Orgel zusagen, etc. Und warum sollte "ich" gehen, wenn ich meine Hauptaufgabe offensichtlich gut erfülle und entsprechende Rückmeldungen bekomme?
Ich gebe in jeder Hinsicht @Dorforganistin und @pianochris66 recht: Ich habe tatsächlich noch nie eine Todesanzeige gesehen, in der der Arbeitgeber in der Anzeige der Familie erscheint. Immer ist es fein säuberlich getrennt, wenn auch oft übereinander/nebeneinander im Zeitungslayout gesetzt.
Ich muss mich schon schwer wundern. Es geht auch nicht primär um den Arbeitgeber, sondern um die zutreffende Haupttätigkeit. Hier steht Organist ("Wald und Wiese"?), richtig ist aber primär "Frauenkirchenorganist", über 17 Jahre. Bei jedem Domorganisten (i.R.) wäre es dasselbe.
Abgesehen davon - ein paar Gedanken zu der Diskussion:

1. Wenn jemand plötzlich aus dem Leben scheidet und das dann auch noch - relativ - jung, ist es für die Angehörigen einfach nur furchtbar.

Ja und? Ich hasse diese impliziten Vorwürfe, man wolle etwas instrumentalisieren. Warum ist er tot? Weil "sein Herz gebrochen wurde". Und dafür kann man m.E. konkrete Personen und Anlässe benennen. Offensichtlich musste er ja 2.3 Tage vorher das Büro räumen. Was ist denn die wahrscheinlichste Ursache?
2. Niemand von uns kann so richtig beurteilen, was in Dresden (arbeitsrechtlich) gelaufen ist und wie das Verhalten von S. Kummer einzuschätzen ist.
Doch, das kann man durchaus. Auch wenn die Arbeitgeberseite mauert. (Wie gesagt, ich wüsste gerne, wie der Herr Landesbischof "gestimmt" hat. Oder was LKMD Leidenberger getan hat, der Kirchenmusikerverband, die wahrscheinlich nicht vorhandene Mitarbeitervertretung (wg. Größe, auch da hat es die Pfarrerschaft ungleich leichter mit der Landeskirchenjuristerei im Rücken). Vorwürfe und Leistungen liegen auf dem Tisch. Eine Abwägung kann man vornehmen, ja, sogar, die salbungsvvollen Worte Sonntags mit einbeziehen.
3. Man sollte prinzipiell nicht damit rechnen, dass die Kirche als Arbeitgeberin (immer) christlich handelt.
Doch, damit darf und sollte man selbstverständlich rechnen.
 
Der Beitrag bezog sich auf Häretiker, der meinte, er solle sich einfach nach einer neuen Stelle umsehen.

Ich habe geschrieben: Ich hätte. Wo habe ich geschrieben: Er hätte besser?

Das ist schon quantitativ nicht einfach, gibt es doch nur sehr wenige Nur-Organsistenstellen an ein paar Domen und eben der Frauenkirche. Und da das meistens "Lebensstellen" sind, ist die Fluktuation dementsprechend gering. Dann muss mir die Orgel zusagen, etc. Und warum sollte "ich" gehen, wenn ich meine Hauptaufgabe offensichtlich gut erfülle und entsprechende Rückmeldungen bekomme?

Mir ging es nur um die Widersprüche.

Einerseits euroweit bekannt, andererseits gibt es leider keine Stellen.
Einerseits erfüllt er seine Hauptaufgabe offensichtlich gut, andererseits gab es mehrere Abmahnungen.

Riecht halt komisch, für mich.

Grüße
Häretiker
 
Ich sehe da keine Widersprüche. (Sehr) guter, weithin angesehener Künstler (mit wie gewohnt und hoffentlich hier bekannt enormer Vorleistung seit Kindesalter), evtl. (!) leichter oder schwererer "Organisationschaot" (garantiert kein "Lustloser"). Evtl. klimatische Probleme mit Vorgesetzten ("neuerdings", ich erinnere an F. Richter, "Schuldfrage" ungeklärt). Da erwarte ich selbstverständlich(!), dass eine Kirche das zu beiderseitiger Zufriedenheit hinbekommt, ohne jedes Theater nach außen und natürlich ohne einem Menschen erst die Lebensstelle und jetzt sogar vermutl. das Leben (ja, dazu stehe ich!) zu zerstören. Dass man sowas überhaupt diskutieren muss, unglaublich. Da hat sich die Frauenkirche und alle weiteren Beteiligten, die wohl stillschweigend hinter Schreibtischen im Landeskirchenamt zu finden sind, also nicht nur größtmöglich blamiert, sondern auch schwere Schuld auf sich geladen.

PS europaweit bekannt bezieht sich natürlich auf Konzerte, das heißt doch nicht, dass man wegen ein "paar Verspätungen" mitsamt Familie "das Land verlässt". Wirklich irre, was mit dieser Kirche mittlerweile los ist (PS2 Gab es nicht letztens wieder die berühmten Austrittszahlen (ev.)? Da scheinen die heutigen führenden Köpfe ja samt und sonders nicht fähigsten zu sein, wenn mam das mit der großen Vergangemheit vergleicht. Schuld sind aber wahrscheinlich die anderen.)


Einerseits euroweit bekannt, andererseits gibt es leider keine Stellen.
Einerseits erfüllt er seine Hauptaufgabe offensichtlich gut, andererseits gab es mehrere Abmahnungen.

Riecht halt komisch, für mich.

Grüße
Häretiker
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Der Beitrag bezog sich auf Häretiker, der meinte, er solle sich einfach nach einer neuen Stelle umsehen.
Da ist die Zitatfunktion hilfreich, alternativ die direkte Ansprache.
Ich muss mich schon schwer wundern. Es geht auch nicht primär um den Arbeitgeber, sondern um die zutreffende Haupttätigkeit.
Welches ist der Unterschied zwischen einer Arbeit (und dazu gehörigem Arbeitgeber) und einer Haupttätigkeit?-

Du kannst Dich über Tatsachen wundern, gut.
Aber die Trennung von Todesanzeigen nach Familie/Freunden und Arbeitgeber/Organisation etc ... ist nun einmal Tatsache.
Nicht einmal bei Priestern/Pfarrern/Nonnen .... habe ich die Kirche (oder einen Orden) in der privaten Todesanzeige gesehen.
Im Übrigen werden Todesanzeigen gezielt von Personen bei einem Bestattungsunternehmen aufgegeben. Diese Personen bestimmen, wer in die Liste der Trauernden aufgenommen wird.
Ja und? Ich hasse diese impliziten Vorwürfe, man wolle etwas instrumentalisieren.
Worin genau siehst Du einen impliziten Vorwurf der Instrumentalisierung? Präzis: In welcher Formulierung/Wortwahl?
Doch, damit darf und sollte man selbstverständlich rechnen.
Man sollte damit rechnen dürfen. Es ist aber nicht so. (Mehrfache Erfahrung im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis bezüglich der Kirche, wenn auch katholisch und im Süden. Aber da dürfte es keinen großen Unterschied geben.
 
Laut Medien weiß man es nicht.

Bei einem plötzlichen Zusammenbruch sind die Verdächtigen:

- Herzinfarkte (da kann die Psyche eine Rolle spielen, muss es aber nicht zwingend)
- Aneurysmen (oft über Jahre/Jahrzehnte unerkannt, leider)
- schwere Schlaganfälle
- manchmal auch Lungenembolien
 

Laut Medien weiß man es nicht.

Bei einem plötzlichen Zusammenbruch sind die Verdächtigen:

- Herzinfarkte (da kann die Psyche eine Rolle spielen, muss es aber nicht zwingend)
- Aneurysmen (oft über Jahre/Jahrzehnte unerkannt, leider)
- schwere Schlaganfälle
- manchmal auch Lungenembolien

Ich will nur ausschließen, daß es ein Suizid war - das wäre nämlich eine Todsünde.
 
Das unterscheidet uns.

Grüße
Häretiker
Gut, das muss man dann so hinnehmen. Was ist eigentlich das Problem, wenn mal eine der hunderten Musiken ausfällt (für 4 Besucher)? Die Kirche ist doch kein Dienstleistungs- oder Bespassungsbetrieb sondern hat hier Güte und Nachsicht, vulgo Menschenfreundlichkeit zu zeigen. Apropos Güte: wie war das gleich im Gütetermim? Man wollte ihn unbedingt komplett loswerden (außer ext. Einzeldienste, die man wohl eh nicht hätte verhindern können). Was macht das mit einem Menschen? Bestenfalls eine "Schwächung". Schrieb Richter nicht von einer kalten und abweisenden Atmosphäre seitens des AG? (Kam der überhaupt selber, oder schickte er Anwälte vor?) Ist das eine Art, wie man mit einem jahrzehntelang engagierten Menschen umgeht?
 
Ich war zutefst betroffen, wie man mit einem Ausnahmekünstler dieser Qualität umgesprungen ist.
im 19. Jh. hätte man gesagt die Trennung von SEINER Orgel und seiner Kirche hat ihm das Herz gebrochen! Dabei kann man es belassen. Er ruhe in Frieden!

Dass aber die Verantwortlichen in Dresden - auch wenn sie sich hinieden keiner Schuld stellen müssen - post mortem eventuell noch zur Verantwortung gezogen werden, ist möglicherweise ein Trost für Christenmenschen, die an eine Auferstehung glauben.
 
Da ist die Zitatfunktion hilfreich, alternativ die direkte Ansprache.

Welches ist der Unterschied zwischen einer Arbeit (und dazu gehörigem Arbeitgeber) und einer Haupttätigkeit?-

Du kannst Dich über Tatsachen wundern, gut.
Aber die Trennung von Todesanzeigen nach Familie/Freunden und Arbeitgeber/Organisation etc ... ist nun einmal Tatsache.
Nicht einmal bei Priestern/Pfarrern/Nonnen .... habe ich die Kirche (oder einen Orden) in der privaten Todesanzeige gesehen.
Im Übrigen werden Todesanzeigen gezielt von Personen bei einem Bestattungsunternehmen aufgegeben. Diese Personen bestimmen, wer in die Liste der Trauernden aufgenommen wird.

Schrieb ich doch. Wenn "Organist" dasteht (was so ist), hätte man auch die Präzisierung Frauenkirchenorganist hinschreiben können. Dass es nicht so ist, ist sicher so gewollt. (und kein Vorwurf von meiner Seite natürlich; ich schrieb', dass sich hier der AG schämen sollte, wenn er es bemerkt)
Worin genau siehst Du einen impliziten Vorwurf der Instrumentalisierung? Präzis: In welcher Formulierung/Wortwahl?
In der Binse, die da steht. Das kann man auch so auslegen, dass man wegen der Schrecklichkeit allgemein bitte nicht weiter spekuliert, weil man sonst so oder so ein Angedenken beschädigt. Wenn nicht zutreffend, umso besser.
Man sollte damit rechnen dürfen. Es ist aber nicht so. (Mehrfache Erfahrung im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis bezüglich der Kirche, wenn auch katholisch und im Süden. Aber da dürfte es keinen großen Unterschied geben.
Ja, wenn es nicht so ist, müssen halt mal ein paar aufstehen. Mit der Botschaft kongruent kann das jedenfalls nicht sein.
 
Ich war zutefst betroffen, wie man mit einem Ausnahmekünstler dieser Qualität umgesprungen ist.
im 19. Jh. hätte man gesagt die Trennung von SEINER Orgel und seiner Kirche hat ihm das Herz gebrochen! Dabei kann man es belassen. Er ruhe in Frieden!

Dass aber die Verantwortlichen in Dresden - auch wenn sie sich hinieden keiner Schuld stellen müssen - post mortem eventuell noch zur Verantwortung gezogen werden, ist möglicherweise ein Trost für Christenmenschen, die an eine Auferstehung glauben.
Dem kann und werde ich mich nun anschließen. Man denkt/ich dachte allerdings, man könne mit Öffentlichkeit vielleicht weitere ähnliche Fälle erschweren/verhindern...
 
Ich habe noch nie eine Traueranzeige der Familie gesehen, bei der neben der Familie auch der Arbeitgeber mit aufgeführt ist
Ich habe schon jede Menge Traueranzeigen gesehen, wo erwähnt wurde, welche Position/Funktion jemand inne hatte und wo er beschäftigt war, und zwar dann, wenn diese Position öffentliche Aufmerksamkeit genoß. Mit einer kleinen Suche grad mal zwei Besipiele herausgefischt:

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Die Dresdner Frauenkirche ist ja keine Dorfkirche in Hintertupfingen, und der Herr Kummer war schon eine Person mit sehr hohem Renommée. Öffentliche Aufmerksamkeit wurde ihm mit Sicherheit zuteil.
 
Hört bitte auf zu diskutieren!
Das hilft in diesem Fall nicht weiter.
Am kommenden Mittwoch wird Samuel beerdigt und am gleichen Tag gibt es in der Kreuzkirche in Dresden ein Gedenkkonzert.
 

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