
Ambros_Langleb
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Ich könnte ein bisserl Nachhilfe gut gebrauchen: gibt es in der Harmonielehre Definitionen für »Tonstufe« und »Tonteil« und wo ist der Unterschied?
Zum Hintergrund: ich katze mich im Rahmen eines Editionsprojekts gerade mit der sprachwissenschaftlichen Kommentierung eines spätantiken Traktats zur Musiktheorie ab, was natürlich voraussetzt, dass ich erstmal kapiere, was drinsteht. Inhaltlich bringt der Text gegenüber den vielen bekannten (Augustin, Boethius etc.) gar nichts neues, weist aber einen krassen Fehler auf. Er sagt nämlich, dass eine Oktave, die ja aus Quarte und Quinte zusammengesetzt sei (das tut sie nach antiker Anschauung, weil man auf der achtsaitigen Lyra einen gemeinsamen Grenzton für beide Intervalle ansetzt und weil die Multiplikation der beiden Verhältniszahlen 3:4 und 2:3 letztlich 2:1 gibt), »auf dem Epogdous beruht«. Ein »Epogdous« ist aber eine Relation 9:8 und hat mit der Oktave nichts zu tun.
Nun finde ich in einer musikhistorischen Arbeit aus den 80ern eine Anmerkung, dass mein guter Traktatenschreiber offenbar die griechische Vorlage missverstanden hat, »welche die Konsonanzbildung bei leitereigener Tonfolge beschreibt, nicht ohne die Benennung der primaren Konsonanzen von der achtsaitigen Lyra abzuleiten. Bei ihrer Paraphrase identifiziert [mein Autor aber] die Anordnung der Konsonanzen nach Tonstufen mit einem Aufbau aus Tonteilen«.
Die Arbeit verwendet die beiden Begriffe ohne jede Erklärung, hält sie also für etwas geläufiges. Mein Problem ist v.a. der »Tonteil« (die MGG kennt ihn nicht). Hat jemand von euch eine Idee dazu? Das wäre schön, denn die anderen Herrschaften in dem Unternehmen sind Philosophen und Literaturwissenschaftler, also jedenfalls in diesem Punkt nicht mit viel mehr Ahnung geschlagen als ich, und wenn ich zu den Musikwissenschaftlern gehe, wird mir, so steht zu fürchten, nur Unverstandenes mit Unverständlichem erklärt.
Zum Hintergrund: ich katze mich im Rahmen eines Editionsprojekts gerade mit der sprachwissenschaftlichen Kommentierung eines spätantiken Traktats zur Musiktheorie ab, was natürlich voraussetzt, dass ich erstmal kapiere, was drinsteht. Inhaltlich bringt der Text gegenüber den vielen bekannten (Augustin, Boethius etc.) gar nichts neues, weist aber einen krassen Fehler auf. Er sagt nämlich, dass eine Oktave, die ja aus Quarte und Quinte zusammengesetzt sei (das tut sie nach antiker Anschauung, weil man auf der achtsaitigen Lyra einen gemeinsamen Grenzton für beide Intervalle ansetzt und weil die Multiplikation der beiden Verhältniszahlen 3:4 und 2:3 letztlich 2:1 gibt), »auf dem Epogdous beruht«. Ein »Epogdous« ist aber eine Relation 9:8 und hat mit der Oktave nichts zu tun.
Nun finde ich in einer musikhistorischen Arbeit aus den 80ern eine Anmerkung, dass mein guter Traktatenschreiber offenbar die griechische Vorlage missverstanden hat, »welche die Konsonanzbildung bei leitereigener Tonfolge beschreibt, nicht ohne die Benennung der primaren Konsonanzen von der achtsaitigen Lyra abzuleiten. Bei ihrer Paraphrase identifiziert [mein Autor aber] die Anordnung der Konsonanzen nach Tonstufen mit einem Aufbau aus Tonteilen«.
Die Arbeit verwendet die beiden Begriffe ohne jede Erklärung, hält sie also für etwas geläufiges. Mein Problem ist v.a. der »Tonteil« (die MGG kennt ihn nicht). Hat jemand von euch eine Idee dazu? Das wäre schön, denn die anderen Herrschaften in dem Unternehmen sind Philosophen und Literaturwissenschaftler, also jedenfalls in diesem Punkt nicht mit viel mehr Ahnung geschlagen als ich, und wenn ich zu den Musikwissenschaftlern gehe, wird mir, so steht zu fürchten, nur Unverstandenes mit Unverständlichem erklärt.