Es gibt per se keine Musik, die Menschen so manipuliert, dass sie böse werden.
Transzendental: Als Option sitzt "das Böse" in Menschen wie "das Gute".
Empirisch: Was hierzulande und heutzutage als "böse" gilt, ist woanders/war wannanders okay. Der gesellschaftliche und historische Kontext ist entscheidend. Mithin verstehen Leute zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliche Dinge unter "gut" und "böse". Diese Begriffe sind inhaltlich frei verhandelbar, solange man auf der "abgestuften" (empirischen) Ebene diskutiert.
Du meinst sicher: ..dass sie handeln, wie es im jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext als "böse" begriffen werden kann.
Diesbezüglich bin ich anderer Ansicht. Zu allen Zeiten haben Denker versucht, die besondere Wirkung von Musik in Worte zu fassen. So richtig gelungen ist es niemandem, aber immerhin ein Konsens besteht: Die Wirkung ist somatisch. Musik wirkt ungewöhnlich direkt auf die Emotionen, durch den Rhythmus sogar auf Herzschlag & Blutdruck. Wenn das mal keine Manipulation ist. Dementsprechend war Musik zu allen historisch dokumentierten Zeiten auch ein Mittel der gezielten Manipulation = Emotionen wecken und implantieren ("abrufbar machen"). Das Horst-Wessel-Lied ist eingängig und wurde, obwohl es im Gegensatz zu heutiger Rap-Musik weder Sachbeschädigung, Kriminalität, Körperverletzung noch Vergewaltigung beschönigt, als so "gefährlich" eingestuft, dass sein Absingen nach dem Krieg verboten wurde.
Komisch, wa?
Einige Jahrhunderte nach Bucer (oder wer auch immer den Text verfasst hat) gilt immer noch: Musik (auch nicht harte Beats und brutale Texte [z. B. "Rap"]) geht nicht spurlos am Gemüt vorbei. Während man früher noch versuchte, solche Musik zu verbieten oder wenigstens zu ächten, gibt´s heutzutage Preise dafür.
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Tempora mutantur et nos mutamur in illis.