Nach meiner Erfahrung entsteht "Tonmatsche" vor allem dann, wenn man zu tief im Pedal ist, nicht präzise genug pedalisiert und bei den Pedalwechseln nicht ausreichend weit rausgeht.
@alibiphysiker das lässt sich noch weitaus präziser beschreiben

(dass Klangmatsch entsteht, wenn man nicht präzise genug pedalisiert, scheint mir nun keine sonderlich bahnbrechende Erkenntnis zu sein)


-- aber reg´ dich nicht auf, ich glaube zu wissen, was du meinst
Das Klavier ist ein grausig klangmächtiges Instrument! Zugleich aber ist es auch ein extrem sensibles Instrument! Die Sensibilität des Instruments zeigt sich in den möglichen (sehr sehr feinen!) Abstufungen der Tonstärkegrade (wenn man das denn tatsächlich hinkriegt...), die Mächtigkeit des Klangs zeigt überdeutlich darin, dass Basstöne stur weiter klingen, wenn man das Pedal mehrmals schnell wechselt (also mehrmals ganz kurz abdämpft) -- an diesen Eigenschaften des Instruments kann man nichts ändern.
Um damit umgehen zu lernen, sollte man sich klar machen, dass das "Tonhaltepedal" (rechtes Pedal) eigentlich nicht anders funktioniert als die meisten Tasten (ausgenommen im ungedämpften Diskant) - das Pedal hebt alle Dämpfer hoch, die Taste hebt einen einzigen Dämpfer hoch. Spaßhaft gesagt: weil das Pedal alle Dämpfer hochhebt, hat es damit genug zu tun, die Taste hebt nur einen einzigen Dämpfer hoch, na, da kann sie ruhig noch ne weitere Aufgabe kriegen, nämlich das Hämmerchen gegen die Saite(n) ihres Tones schleudern.
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Pedal und Taste funktionieren also bezüglich der Dämpfer gleich (!!)
...nützt einem diese Information irgendwas?
......kleine Nachdenkpause......
grübel grübel
bewegt man eine Taste langsam nach unten, kommt kein Ton (schaut man dabei aber auf die Spielmechanik, dann sieht man, dass der Dämpfer ganz langsam hochgehoben wird)
grübel
schlägt man einen Ton an, sodass er zu hören ist, und lässt dann die Taste ganz ganz langsam hochkommen, dann ... igitt ... das klingt ja richtig scheußlich, bis der Ton endlich gestoppt ist
eigentlich sollte spätestens jetzt was klar geworden sein:
1. die Dämpfung (rechtes Pedal) darf nicht lahm betätigt werden!!!
2. es muss gründlich gedämpft werden, damit wirklich nichts weiter klingt (Klangmatsch)
Diese allererste Regel des Pedalgebrauchs (gründlich dämpfen, den Pedalhebel schnell (wie die Tasten) bewegen) kann schon mal helfen, scheußlichen Klangmatsch deutlich zu reduzieren.
(weitere nützliche Regeln kann man bei Prof. Betz lernen, gibt´s online für umme -- muss man halt lesen und kapieren)
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Aber jetzt kommt die fiese Spaßbremse
1. man kann prima spielen, aber wenn man den Pedalgebrauch nicht beherrscht, klingt es trotzdem saugräßlich
2. man kann den Pedalgebrauch hinkriegen und alles richtig machen, aber es klingt trotzdem saugräßlich, wenn die Griffel monoton plump und undifferenziert herumklimpern (auch wenn das Tempo stimmt)
Für die tanzenden Schneeflocken ist es unerlässlich, dass man sehr fein im Bereich von ppp-pp-p ein schnelles
sanftes, weiches staccato hinkriegt UND dabei innerhalb dieses Klangbereichs sehr fein differenzieren (Tonlinien gestalten) kann. Warum? Weil es sich klanglich-bildhaft nun mal um Schneeflocken und nicht um staccatissimo-Hagelkörner oder Graupel handelt.
Kann man das nicht, dann nützt für dieses wunderbare Klavierstück auch der perfekteste Pedalgebrauch nichts!!!!!
Das ist gemein, aber nicht zu ändern.
Die gute Nachricht dabei allerdings ist: sowie man sehr leise, sehr fein und sehr differenziert alle Töne dieses Klavierstücks spielen kann, wird der passende Pedaleinsatz sehr einfach: weitenteils halb- und ganztaktig wird das Pedal genommen, orientiert am harmonischen Ablauf.